Die drei Nachwuchswissenschaftler*innen erhalten jeweils einen mit 5.000 Euro dotierten Preis der Robert-Koch Stiftung.
„In Zeiten, in denen Wissenschaft und Forschung immer wieder ins Zentrum des öffentlichen Interesses rücken und oft ungefiltert in sozialen Netzwerken thematisiert werden, ist es wichtiger denn je, die harte Arbeit, den ungebrochenen Fleiß und den Wissensdrang aller Frauen und Männer zu würdigen, die ihr Leben der Medizin und der Biologie verschrieben haben“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Auch in diesem Jahr wollen wir mit den Preisträger*innen in der Bevölkerung und in der Politik gleichermaßen darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Arbeit hinter den Kulissen des Gesundheitswesens und des medizinischen Fortschritts ist, und wie sehr sie Einfluss auf die gesamte Gesellschaft hat.“
Kilian Schober, Erlangen, erhält den Postdoktoranden-Preis für Immunologie 2021 in Anerkennung seiner Arbeiten auf dem Gebiet der translationalen T-Zell-Forschung. Er hat in Würzburg Medizin studiert und über die Rolle der Autophagie in der Pathogenese des Diabetes mellitus promoviert. Von 2014 bis 2021 war er am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Technischen Universität München tätig. Ausgezeichnet wird er für seine Arbeit über die Entwicklung der T Lymphozyten bei einer Immunreaktion gegen Cytomegaloviren, und die Etablierung einer Methode, um besonders wirksame Antigenrezeptoren auf andere T Lymphozyten zu übertragen. So könnten Zellen für eine Immuntherapie hergestellt werden. Seit 2021 leitet Kilian Schober eine Arbeitsgruppe am Institut für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der FAU Erlangen-Nürnberg.
Megan L. Stanifer, Heidelberg, erhält den Postdoktoranden-Preis für Virologie 2021 in Anerkennung ihrer Arbeiten zur Regulierung von Immunhomöostase an mukosalen Oberflächen. Sie arbeitet im Labor von Dr. Steeve Boulant am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Ausgezeichnet wird sie für Untersuchungen zur Interaktion von Darmepithelzellen mit Bakterien der Mikroflora, aber auch Bakterien und Viren, die Krankheitserreger sind. Sie konnte zeigen, wie Darmzellen gezielt nur Viren und Bakterien erkennen, die die Schleimhaut überwunden haben und ins Körperinnere vorgedrungen sind, wie die Darmzellen so harmlose Mikroflora von Krankheitserregern unterscheiden können. Die Mutter zweier Kinder ist ein gutes Vorbild dafür, dass es möglich ist, eine erfolgreiche akademische Karriere mit einem Familienleben zu verbinden.
Katharina Anna Christina Schaufler, Greifswald, erhält den Postdoktoranden-Preis für Hygiene und Mikrobiologie 2021. Katharina Schaufler hat 2016 an der Freien Universität Berlin promoviert, dann bis 2018 an der Harvard Medical School gearbeitet. Seit 2019 ist sie am Institut für Pharmazie der Universität Greifswald tätig, seit 2020 als Leiterin einer selbständigen Nachwuchsgruppe. Katharina Schaufler wird ausgezeichnet für ihre Arbeiten zur Aufklärung der Mechanismen und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen, insbesondere multiresistente (MDR) gramnegative und -positive Bakterien aus den Familien der Enterobacteriaceae und Enterococcaceae. Ihre Arbeiten bilden die Grundlage für die Erkennung besonders gefährlicher Entwicklungen, eröffnen aber auch neue therapeutische Möglichkeiten durch Adressierung der Resistenzmechanismen. Katharina Anna Christina Schaufler beeindruckt über die wissenschaftliche Arbeit hinaus durch ihren Einsatz, ihre Neugier und ihre Kreativität, mit der sie Innovationen aufgreift.
Über die Robert-Koch-Stiftung
Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den höchstrangingen wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.
Informationen für Redaktionen und Publikum:
Die Verleihung wird in Berlin stattfinden, am 19. November 2021 um 16:30 Uhr in der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, die Profile sind:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
Twitter: https://twitter.com/RKStiftung
Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #Robert-KochAward versehen werden.